| Organisationslehre | |||||
| 3.1 Aufbau- /Ablauf | 3.2 Liniensystem | 3.3 Flussdiagramm | 3.4 | 3.5 | 3.6 Aufgaben |
Zum ersten Mal wurde die Flussdiagramm-Methode („flow process chart“) von
Frank Gilberth (1868 - 1924), einem Vertreter des Scientific Managements im
Jahre 1921 in den USA vorgestellt. Die Methode fand schnell Eingang in die
Ingenieurwissenschaft zur Darstellung und Analyse von Arbeitsabläufen.
Heute werden Flussdiagramme zur Analyse, Dokumentation und Design in einer
Vielzahl von Anwendungen eingesetzt, insbesondere für die
Programmierung von Software.
Das Flussdiagramm ist ein geeignetes Instrument, um Arbeits- und Geschäftsabläufe darzustellen, zu analysieren und zu optimieren. Dabei werden die einzelnen Arbeitsschritten im Rahmen eines oft mehrere Organisationseinheiten umfassenden Prozesses betrachtet.
Üblicherweise werden die folgenden Symbole verwendet


Ein Telefongespräch führen wir meist ohne uns die einzelnen Schritte zu überlegen. Tatsächlich besteht diese Aufgabe aus einer ganzen Reihe von Tätigkeiten und Entscheidungen. Um sich das bewusst zu machen, sollten Sie versuchen, einmal ein Ablaufdiagramm für das Führen eines Telefongesprächs zu erstellen. Es gibt die folgenden Tätigkeiten und Abfragen:
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1. Start |

Beim Ingenieurbüro Construx GmbH geht eine Anfrage ein. Ein Neukunde fragt in einem Brief nach, ob das Unternehmen über die notwendige Spezialisierung verfügt, um eine kartenlesergestütztes Zugangskontrollsystem zu entwickeln und zu installieren. Diese Anfrage löst eine Reihe von Aktivitäten aus.
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Die sogenannte Schwimmbahn-Darstellung (swim lane) dient bei abteilungsübergreifenden Prozessen zur Separierung von Unterprozessen und deren organisatorischen Zuordnung.
Im "Schwimmbahn-Flussdiagramm" werden die Abläufe in Bahnen gruppiert. Dabei stellen Bahnen die einzelnen Organisationseinheiten dar, in denen die jeweiligen Unterprozesse des Gesamtablaufs durchgeführt werden. Die Bahnen werden mit den Namen der Organisationseinheiten beschriftet. Mehrere Bahnen in einem Unternehmen werden zu einem "Pool" zusammengefasst. „Schwimmbahnen“ können horizontal oder vertikal dargestellt werden.
Nachfolgend ein Beispiel für die vertikale Darstellung von Pools und Lanes für den Fall eines einfachen Bestell- und Liefervorgang, an dem der Kunden, der Vertrieb und die Produktion beteiligt sind. Zur Vereinfachung wurden Abfragen nicht mit einbezogen.

Bei der Darstellung von Arbeitsabläufen, bei denen mehrere Organisationseinheiten oder Abteilungen beteiligt sind, hat die Verwendung von "lanes" den Vorteil, dass die einzelnen Schritte und ihre jeweilige Zuständigkeit klar bestimmt, und so Missverständnisse und Fehlermöglichkeiten vermieden werden können.
Eine Weiterentwicklung und Systematisierung der Flussdiagramm-Darstellung ist die Prozessabbildung nach der Ereignisgesteuerten Prozesskette (EPK), die vor einigen Jahren am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität des Saarlandes in Zusammenarbeit mit der SAP AG entwickelt wurde. Es dient zur Modellierung interorganisationaler Prozesse. Im Grunde handelt es sich um einen erweiterte Modelldarstellung, indem innerhalb des Prozesses nach Bedingungen und Regeln entschieden wird, wozu in der EPK Verknüpfungsoperatoren („und“, „oder“, „exklusivoder“) verwendet werden. Im EPK-Modell gibt es neben diesen Operatoren zusätzlich Ereignisse und Funktionen.
Zell, Helmut: Die Grundlagen der Organisation. Lernen und Lehren, Norderstedt 2011