Organisationslehre

3.1 Aufbau- /Ablauf 3.2 Liniensystem 3.3 Flussdiagramm 3.4 "structure" and "process" 3.5 3.6 Aufgaben

 

3.2 Liniensysteme

Es gibt drei Grundarten von Leitungsbeziehungen.

Das Einliniensystem

Das Einliniensystem geht zurück auf den französischen Ingenieur Henri Fayol (1841 - 1925) und dessen Prinzip der "Einheit der Auftragserteilung". Funktionsträger sind nur über eine Linie miteinander verbunden: Jeder Untergebene hat nur einen direkten Vorgesetzten und erhält nur von diesem Weisungen. Ebenso kann er Meldungen und Vorschläge nur bei ihm vorbringen (Instanzenweg, Dienstweg).

 
Vorteile Nachteile
  • Straffe Disziplin
  • Einheitlichkeit des Auftragempfangs
  • Vermeidung von Kompetenzstreitigkeiten
  • lange Weisungswege
  • starke Hierarchie und Bürokratie
  • Überlastung der oberen Ebene

Das Mehrliniensystem

Die Idee eines Mehrliniensystems geht zurück auf das Funktionsmeisterprinzip von Frederick Winslow Taylor (1856 - 1915). Jede Stelle hat hier mehrere Vorgesetzte, d.h. sie ist also mehreren übergeordneten Instanzen unterstellt (Mehrfachunterstellung) und empfängt von ihnen Weisungen. Die bekannteste Form des Mehrliniensystems ist die Matrixorganisation. Bei einem solchem System ist die Weisungsbefugnis für einen Mitarbeiter auf mehrere Vorgesetzte verteilt. Jede Führungsperson ist hierbei für ein abgegrenztes Aufgabengebiet verantwortlich. Durch eine solche Spezialisierung der Leitung soll eine qualifiziertere Entscheidung bewirkt werden. Durch die Mehrfachunterstellung kann es allerdings zu Kompetenzstreitigkeiten kommen.

Vorteile

Nachteile

  • kurze Kommunikationswege
  • die obere Leitung und die Zwischeninstanzen werden entlastet
  • unklare Kompetenzabgrenzung
  • mögliche Kompetenzkonflikte zwischen den Funktionsträgern
  • widersprüchliche Anweisungen
  • Unsicherheit bei ausführenden Arbeitskräften über Dringlichkeit und Reihenfolge der Aufgaben

Das Stab-Linien-System

Es handelt sich um ein Einliniensystem, bei dem einer Instanz ein Stab (oder mehrere Stäbe) zugeordnet sind.

Ein Stab hat beratende und unterstützende Funktion, aber keine Entscheidungs- und Weisungsbefugnis. Anweisungen werden durch die Instanzen erteilt. Wenn die Stabsmitglieder dennoch Anordnungen treffen, tun sie es "im Auftrag". In größeren Unternehmen gibt es Stabsabteilungen, die intern hierarchisch gegliedert sein können.

Vorteile

Nachteile

  • Arbeitsentlastung der Leitung
  • bessere Qualität der Entscheidung durch die Zuarbeit des Stabes
  • Entscheidungen können sich verzögern
  • mögliche Konflikte zwischen Linie und Stab

Zell, Helmut: Die Grundlagen der Organisation. Lernen und Lehren, Norderstedt 2017